Tomberg und Tomburg – die Bedeutung von Berg und Burg für die Region
Es gibt Orte, die Menschen immer wieder in ihren Bann ziehen, die von ihnen über viele Jahrhunderte hinweg aus speziellen Gründen, wie z.B. wegen ihrer exponentiellen Lage, bebaut, bewohnt oder anderweitig genutzt und besucht werden.
Da sich diese Gründe im Laufe der Jahre immer wieder ändern, wegfallen oder vergehen, verändern sich diese Bauwerke oder werden durch anders geartete Nutzungen, z.B. als Steinbruch, wie bei der Tomburg, ganz oder teilweise vernichtet. Übrig bleiben jedoch immer vielfältige Spuren der menschlichen Anwesenheit, wenn auch oft im Lauf der Jahrhunderte verschüttet und auf den ersten Blick nicht mehr sichtbar.

So ist es Jahrhunderte später die Aufgabe der Geschichtsforschung und der Archäologie, diese Spuren wieder zu entdecken, sie zu sichern, zu interpretieren und letztendlich für zukünftige Generationen zu bewahren.Ein solcher Ort ist die Tomburg bei Rheinbach-Wormersdorf, deren Erhalt und Erforschung sich der Freundeskreis Tomburg e.V. seit der Vereinsgründung 2017mit großem Engagement widmet.
Das Land der Liebe und die Tomburg mittendrin
„Wie ein König über die Bergkuppen unserer Heimat emporragend, erhebt sich 15 Minuten westlich von Wormersdorf, 313 m über dem Meeresspiegel, eine mächtige Basaltkuppe, der Tomberg … als treuer Wächter und dauerndes Wahrzeichen über die ganze Gegend.“ So schreibt der damalige Wormersdorfer Hauptlehrer Josef Latz in der Festschrift „50 Jahre Männer-Gesang-Verein Wormersdorf“ im Jahre 1929.
Oder auch wie es der Wormersdorfer Heimatdichter und Musiker Jakob „Jack“ Faßbender in seinem Lied Tomberger Land beschreibt:
„Ming Heimat zweschen Ahr on Reng –
der Tomberg medddendrin.
Die Dörpscher all em Sonnesching – do trick mie Häz mich hin.
Ming Heimat mich gefangen hält – on möt ich och eruus,
krüz un quer döch de Welt – et mer nirgends gefällt.
Dä Tomberg, der röf mich no Huus!
Ming Heimat es me Glöck – vom Paradies e Stöck.

Und der Wormersdorfer Musiker Peter Ludes[1] reimt in seinem Lied:
Am Fuße der Tomburg
Liebe Tomburg auf dem Berge, schaust soweit ins Land‘ hinein,
Landskron, Ahr, die sieben Berge, und den Dom in Köln am Rhein.
Liebe Tomburg auf der Höhe, die dich stolz zum Himmel hebt,
kehr‘ ich heim, dann seh‘ dein Bild ich, wie‘s in meinem Herzen lebt,
Schon Ernst Moritz Arndt war von der Tomburg begeistert:
„Tomberg…muß im Mittealter eine der festesten Burgen gewesen seyn…(die) mehrere große Belagerungen tapfer ausgehalten hat….Die Burg, zu welcher man unter den mächtigsten Buchen emporklimmt, liegt schon seit lange in Trümmern. Sie ist durch einen stattlichen Thurm eines der schönsten Merkzeichen der Gegend. Dieser Thurm trägt in seinem Umkreise in einzelnen zierlich gehaltenen Gängen und Pfaden in gepflanzten Bäumen und in einem nett angelegten kleinen Weinberge elegisch die Spuren der ordnenden Menschenhand der jüngsten Zeit.“ [2]
Auch für die Wormersdorfer Bürger hat die Tomburg einen festen Platz im alltäglichen Leben. Prosaisch beschreibt der bereits erwähnte Lehrer Latz, „die fleissigen, arbeitsfrohen Bewohner“, die „oft und gerne ihre Schritte zum Tomberge lenken, wo ihr geistiges Auge beim Anblick der Burgruine zurückschweift in jene Zeiten, wo mächtige Ritter die festen Mauern bewohnten.“
Nicht nur bei den Wormersdorfer Bürgern hat die Tomburg einen festen Platz im alltäglichen Leben, sondern auch Menschen von außerhalb ziehen Berg und Burg in ihren Bann.
Gereimt und musikalisch artikuliert es der Wormersdorfer Heimatdichter Jakob Faßbender, der im Übrigen aus Wormersdorf mit seinen Liedern das Land der Liebe[3] gemacht hat:
Dröm loss me doch nom Tomberg jonn
Su lang wie de Bösch noch grön
Do soll uns die Sorch un dat Leid verjonn
Do blöhen die Blömcher su schön
On do fleuten die Vüelcher met frohem Sinn
Jo wä möch net am Tomberg jeboore sin?
Su klengk et von noh on von fähn
Dröm jonn mer nom Tomberg su jäähn.
Netzfund:
„Die Burgruine Tomburg bei Rheinbach ist zweifellos ein Juwel in der Region. Ihre majestätischen Ruinen erheben sich stolz über die umliegende Landschaft und zeugen von einer reichen Geschichte, die Jahrhunderte zurückreicht. Doch für mich persönlich ist die Tomburg nicht nur ein historisches Relikt, sondern vielmehr ein Ort der Ruhe, Inspiration und Schönheit … Die Atmosphäre ist magisch, eine perfekte Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, die mich jedes Mal aufs Neue verzaubert.“[4]
Im Ranking der deutschen Burgen und Schlösser belegt die Burgruine Tomburg immerhin den Platz 324[5]
Auf jeden Fall ist der Tomberg mit seiner Burg ein überregionales Ausflugsziel. Er ist gut in das regionale Netz der Wanderwege eingebunden. So verläuft der Ville-Eifel-Weg von Brühl nach Trier am westlichen Rand des Naturschutzgebietes, am Fuß des Berges vorbei.
Er ist auch eine Station der „Feuerroute“ im Naturpark Rheinland.
Und immer mal wieder animiert die Tomburg zu allen Zeiten zum Dichten!

[1] Ehemaliger Konzertmeister beim Rundfunkorchester des WDR in Köln.
[2] Ernst Moritz Arndt: Wanderungen aus und um Godesberg, Bonn 1844, S. 239-240
Ernst Moritz Arndt (* 26. Dezember 1769 in Groß Schoritz; † 29. Januar 1860 in Bonn) war ein deutscher nationalistischer und demokratischer Schriftsteller, Historiker und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung.
[3]Wo kann das Land der Liebe sein? Lautet seine rhetorische Frage. … Denn im Land der Liebe ist es wunderschön…
[4] https://www.google.com/maps/reviews/@50.5952501,6.9714388,16.5z/ data=!4m6!14m5!1m4!2m3!1sChZDSUhNMG9nS0VJQ0FnSUNJazhLNUtBEAE!2m1!1s0x0:0xba47313d22e7b10c?hl=de&entry=ttu
[5] https://www.testberichte.de/tb/burgen-schloesser-ranking-2024.html
Um die Tomburg ranken sich viele Sagen und sie regt die Phantasie der Menschen an.
Richard Feldmann hat dazu einige interessante Storys gesammelt. (Siehe Kultur und Gewerbe, Ausgabe November 2025)

Die Tomburg-Sagen

