Die Tomburg als literarischer Schauplatz – Crime Trail Tomburg

Dass die sagenumwobene Ruine der Tomburg nicht häufiger als ein packender Schauplatz für Kriminalfälle, mörderische Taten oder Raubzüge dient, ist eigentlich verwunderlich.

Denn die geschichtsträchtige Kulisse mit den alten Mauern, dem Brunnen und dem zerstörten Bergfried, auf einem alten Vulkankegel gelegen, umgeben von dichten Wäldern und diversen „Lost Places“, bietet sich geradezu als ideale Atmosphäre für düstere Geschichten an.

Denn unsere Tomburg ist nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern sie ist in der Vergangenheit oft auch ein krimineller Schauplatz gewesen. Die Vorfälle reichen von mittelalterlichem Raubrittertum bis hin zu modernem Vandalismus und Raubgräberei.

Im 14. Jahrhundert diente die Burg als berüchtigter Unterschlupf für Raubritter. Von der strategisch günstig gelegenen Höhenburg aus überfielen sie regelmäßig Handelstransporte auf der wichtigen Aachen-Frankfurter Heerstraße.

Auch sollte sie im Jahr 1699 einer kriminellen Bande nach dem spektakulären Altenahrer Kirchenraub als Treffpunkt dienen. In der Nacht vom 22. auf den 23. März 1699 brachen Diebe in die Pfarrkirche von Altenahr ein. Sie stahlen sakrale Gegenstände, darunter ein wertvolles Reliquienkreuz. Als konspirativen Ort für die Flucht und die geplante Verteilung der Beute vereinbarte die Bande die damals bereits zerstörte Ruine der Tomburg. Aber auf dem Weg dorthin, in der Nähe von Gelsdorf, bemerkten die Räuber bei Tagesanbruch, dass das erbeutete Kreuz gar nicht aus massivem Silber, sondern nur aus versilbertem Kupfer bestand. Sie warfen es enttäuscht am Wegesrand weg. Der Fall endete für die Haupttäter mit der Festnahme und schlussendlich mit rechtskräftigen Todesurteilen.

Oft wird in diesem kriminellen Zusammenhang auch der vermeintlich letzte dort residierende Pfalzgraf, Heinrich, auch der Wütende genannt, als Mörder erwähnt. Er soll im 11. Jahrhundert auf der Tomburg in einem Anfall von geistiger Umnachtung seine Gemahlin getötet haben, was schließlich zu einer Belagerung durch Erzbischof Anno II. von Köln und der Entmachtung des Pfalzgrafen führte.

Damit sind wir aber wohl schon am Beginn des Bereichs der Sagen und Fiktionen. Denn besagter Heinrich wütete vermutlich nicht auf der Tomburg, sondern eher auf seiner Burg in Cochem an der Mosel.

Auch der Rheinbacher Musiker und Autor Bernd Schumacher läßt rund um die Burg den Teufel tanzen. Der Fall spielt im Jahr 1969 und beginnt mit dem Mord an einem jungen Mädchen auf dem Heimweg von einer nächtlichen Feier an der Tomburg.

Unser Tomburgfreund Richard Feldmann hat nun in zwei seiner Krimis der von schweren Gewalttaten und Fehden geprägten echten Geschichte der Tomburg jetzt moderne, fiktionale, Kriminalfälle hinzugefügt.

Vielleicht der Start für einen Crime Trail Tomburg?

Der Tod trinkt mit

Bitterer Boden